Lesen und Spazieren 22/11/2026 — 15:00
mit Linda Weiß und Ellen Wagner

Treffpunkt: vor dem Palmengarten
Siesmayerstraße 63, 60323 Frankfurt am Main
Es entstehen keine Kosten.

Beginn: 15 Uhr
der Spaziergang dauert ca. 90 min.
ab 17 Uhr: Soft-Opening „touching ashore“

zweiter Termin:
4. Dezember 2026, 15 Uhr

für beide Termine
Anmeldung unter: mail@mananabold.de

Der Spaziergang ist Teil des Programms von
„touching ashore“

Unsere Lesung handelt von Menschen, die etwas ins Wasser geben. Wir lassen Stöcke und Blumen unter Brücken hindurchschwimmen, setzen Luftmatratzen ins Meer und Gummitiere in die Wanne, wir versuchen, gestrandete Tiere wieder ins Weite und Tiefe zu holen, machen heiße Fußbäder und treten kaltes Wasser, um uns behaglich und lebendig zu fühlen. 

So wie die Ausstellung „touching ashore“ das, was an Land gespült wird, zum Ausgangspunkt nimmt, gehen wir in „Sweeties and Salties“ jenen Dingen und Lebewesen nach, die (zurück) ins Wasser gebracht werden. Der Titel spielt an auf die Salzwasser-Leistenkrokodile, im Unterschied zu den Süßwasserkrokodilen, den „Freshies“, auch „Salties“ genannt, die größten heute lebenden Krokodile. Sie „zu Wasser zu lassen“ bedeutet ein mehr als riskantes Unterfangen. Wir begeben uns dennoch in die Gefahr, doch starten wir zunächst mit etwas kleineren Alligatoren.

Gleichzeitig spielen die „Sweeties“ und „Salties“ mit dem Süßen und Salzigen als in Kombination oft sehr schmackhaften kleinen Happen, als die wir unsere Textpassagen aufgenommen, gekostet, verdaut wissen möchten. (Und außerdem wer kennt es nicht: Süßes sonst gibt’s Saures, bei uns Salziges, das vielleicht nicht immer so ganz behaglich im Magen liegt.) Unsere choreografierte Auswahl an Bissen zieht sich entlang verschiedener Orte im Frankfurter Palmengarten und legt uns immer wieder die Frage auf der Zunge, welches Verständnis von Natürlichkeit(en) in den von uns gelesenen Stellen zum Ausdruck kommt.

Welche Rolle spielt das Wasser als Raum, der nicht erobert, sondern in den etwas hineingegeben wird? Für welche spezifische Form von Freiheit können Meer, See, Fluss, kann das Wasser stehen – die nicht bloß unbegrenzten Bewegungsspielraum meint, sondern ein Freischwimmen und Zurücklassen, ein Eintauchen und ein Auflösen eng miteinander verwirkt? 

Wir danken dem Palmengarten Frankfurt herzlich für die Unterstützung des Projekts.