2og:dondorf // Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)
Sophienstraße 1–3, 2. Stock
Frankfurt am Main
geöffnet nach Vereinbarung: mail@mananabold.de
Eröffnung: 22. November 2026, 17–20 Uhr
Screenings: 25. November und 4. Dezember 2026, jeweils 19 Uhr
Spazieren und Lesen: 22. November und 4. Dezember 2026, jeweils 15 Uhr
Im Projekt „touching ashore“ befühlen Dennis Siering, Nina M. W. Queissner, Ellen Wagner und Linda Weiß an Land Geschwemmtes. Dabei materialisiert sich der Planet Erde als ein System ineinandergreifender Kreisläufe, Zyklen und Gezeiten, in denen der Mensch schon immer Teil ist. Einstmals weggeworfener Kunststoff wird durch die Strömungen der Meere in Form „artifizieller Kiesel“ als neue Fundstücke angeschwemmt. Seegras zeigt sich uns als Küstenhabitat, das im Laufe des 20. Jahrhunderts in Europa ebenfalls oft beiseite geräumt wird, um Strände „sauber“ für ordnungsliebende Blicke zu halten. In beiden Materialitäten zeichnet sich der Unsinn des Müllbegriffs ab: Weggeworfenes verschwindet nicht einfach, sondern wird nur verschoben. Kunststoff lässt sich nicht vollständig wegwerfen; Seegras ist essentiell für Menschen und mehr-als-menschliche Lebensqualität – und sollte entsprechend als vielseitige Ressource betrachtet und verarbeitet werden.
Für das Pop-up-Projekt bringen Siering, Queissner, Wagner und Weiß ihre Funde zusammen und laden in ihr Refugium ein: Während einer Lesung im Palmengarten verflechten sich Geschichten und Beobachtungen vom Wandeln in Übergangszonen; in dem Screening Hydrozonen III präsentieren sich bewegte Bilder zwischen Apokalypse und feinem Hoffnungsschimmer; andere Treibgüter – gespenstisch leise bis ohrenbetäubend schrill – fügen sich in die Ritzen und Nischen des Instituts für sozial-ökologische Forschung in der ehemaligen Dondorf-Druckerei ein. Es geht um das Ineinanderfließen und Untrennbar-Sein von aquatischem und terrestrischem Lebensraum – die intertidal zone – und um den Umgang mit dem eigenen terrestrial bias (Melody Jue, Wild Blue Media, 2020). Geschichten von Seegraswiesen bis hin zu Umweltverschmutzung in den Meeren und an den Küsten sowie weitere materielle Einträge bzw. stoffliche Veränderungen im Wasserkreislauf werden in den unterschiedlichen Formaten verhandelbar.
Wir danken dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) herzlich für die Unterstützung des Projekts.