Moving Away 04/12/2026 — 19:00
Ralo Mayer, Extra-Terrestrial Ecologies (Retroflectors: the astronaut, the robot, the alien), 2018
Sarah Reva Mohr, Shifting Grounds, 2019/20

Abb. Ralo Mayer, Extra-Terrestrial Ecologies (Retroflectors: the astronaut, the robot, the alien), 2018, Still, Courtesy: der Künstler & sixpackfilm.

4. Dezember 2026
19 Uhr

2og:dondorf // Institut für sozial-ökologische Forschung
Sophienstraße 1–3, 2. Stock
Frankfurt am Main

kuratiert von Ellen Wagner und Linda Weiß

Wie bereiten wir Menschen uns darauf vor, die Erde zu verlassen? Wie lange bleibt Zeit, bis der Moment, an dem dies notwendig werden wird, gekommen ist? Was erhoffen wir in unseren kollektiven und individuellen Projektionen ins All – und was betrauern wir?

Das Screening widmet sich mit mehreren Filmen der kritischen Situation der „Biosphäre 1“ – unserer Erde – aus einer Perspektive, die bereits eine Distanz zu ihr eingenommen hat, artifizielle Habitate und die Sehnsucht des Menschen, in den Himmel oder gar Weltraum zu reisen, humorvoll, melancholisch und mit Sorge um das, was zurückbleibt, betrachtet.

In Extra-Terrestrial Ecologies (Retroflectors: the astronaut, the robot, the alien) (2018) geht Ralo Mayer künstlerisch forschend den Projektionen nach, die populäre, heute historische Science-Fiction-Filme auf das Zusammenleben auf der Erde, aber auch mit dem Mehr-als-Irdischen werfen. Parallel seziert er die Geschichte der „Biosphere 2″ – einem 1,6 Hektar großen Komplex in Arizona, der 1991 mit dem Ziel erbaut wurde, ein von der Außenwelt abgeschlossenes Ökosystem zu schaffen – und vernäht sie mit der Rolle, die sein Kindheitsheld E. T. mutmaßlich dabei spielte, sowie dem Auftreten eines mysteriösen „9th Biospherian“, als geisterhafte Ko-Präsenz der ursprünglich achtköpfigen Crew.

Sarah Reva Mohr verknüpft in Shifting Grounds (2019–20) Imaginationen der NASA von 1997 zu einer finktionalen Mars-Mission mit Fragen danach, was es für uns Menschen und unsere Beziehung zu anderen Lebewesen bedeutet, die Verbundenheit zur Erde aufrechtzuerhalten oder aufzugeben.
Die Arbeit verwandelt diese in ein unheimliches und skurriles Karaoke-Video zu Whitney Houstons „I Will Always Love You“ und zu BIldern aus Tiergehegen in einem Zoo. Es inszeniert einen imaginären Abschied von unserem Planeten und reflektiert dabei die physischen, emotionalen und ethischen Konsequenzen eines parallelen Leben auf mehreren verschiedenen Planeten.

Wie können sich die Chancen, aber auch Reibungen, Sorge und Sorgen im Zusammenleben auf der Erde skalieren, wenn wir vorhaben, das Sonnensystem zu kolonisieren?