Sehblöcke 02/04/2020 bis 03/05/2020
ortsspezifische Installation von Dominik Gohla

Eröffnung: 2. April 2020, 18 Uhr
Finissage: 3. März 2020, 18 Uhr
Öffnungszeiten: tba, und nach Absprache: mail@mananabold.de

Friedenskirche Offenbach
Geleitsstraße 104, 63067 Offenbach am Main

Oberflächen, glänzend, freiliegend, porös oder gefugt, manchmal auch mehreres davon. Gemauerte Fläche und getreppte Formen, Fotopapier, das ähnlich starke „Blendung“ erzeugt wie LCD-Bildschirme – Dominik Gohla beschäftigt sich mit Wahrnehmungsverschiebungen zwischen Bildflächen, Bildräumen und deren Medien der Wiedergabe. Fotografischer Bilder treten in Interaktion und Interferenz mit architektonischen Räumen, deren Beleuchtungsverhältnissen und Wandbeschaffenheiten, auf die reagiert oder die teils bewusst subtil umgestaltet wird.

In der Ausstellung „Sehblöcke“ nimmt Gohla einerseits Bezug auf digitale Masken und Benutzeroberflächen von Suchmaschinen, die bei jeder Anfrage eine Vielzahl neben- und untereinander gestellter Bilder anbieten. Andererseits lässt die Abstraktion der Bilderflächen auch an ein Scharfstellen der eigenen Sehkraft zwischen unterschiedlich gestaffelten Vorder- und Hintergründen, Positiv- und Negativformen im weiten, auch übertragenen Sinne denken. Reduziert oder farbintensiv spielen die Arbeiten mit dem Hindurchsehen durch Rahmungen, Ebenen und ineinandertretende Bildgründe.
Reflexionen und Blendungen tauchen ebenso auf Materialebene auf: Ist der haushaltsübliche Bildschirm perfekt darin, alles andere rigoros auszublenden, so überfordert das hier verwendete glänzende Polyethylen-Papier mit Spiegelungen des umgebenden Raumes.

Die Frage nach dem Erregen und Verteilen von Aufmerksamkeit, die es als solche nur im Singular zu geben scheint, begibt sich in imaginäre Gegenüberstellung zu der Mehr- und Vielzahl an Bild- und Realitätseindrücken, die uns überall umgeben. Mehrere Bilder, Perspektiven, Quellen stehen nebeneinander und konstituieren Wirklichkeiten, die sich in unserer Wahrnehmung – temporär – zu schlüssigen Einzelbildern und zusammenhängenden Bildfolgen fügen. Auch wenn diese Wirklichkeit dadurch nicht zwangsweise wahrer wird, löst das Sammeln und Finden von diesen verschiedenen Perspektiven ein erleichterndes Gefühl der Aneignung, des In-Besitz-Nehmens aus.

Dominik Gohlas „Sehblöcke“ greift das Fragmentieren und Zusammenfügen zu Strukturen, die Sichtbarkeiten fördern oder erschweren, formal auf und schafft daraus eine räumliche Atmosphäre visueller Un-Gewohnheiten.

 

Wir danken der Evangelischen Friedenskirchengemeinde Offenbach ganz herzlich für die Ermöglichung dieser Arbeit.