touching ashore

voraussichtlich Oktober 2026

Termin und Ort werden rechtzeitig über die Webseite bekannt gegeben.

Ein Projekt von Dennis Siering, Nina M. W. Queissner, Linda Weiß und Ellen Wagner

In dem Projekt touching ashore befühlen Dennis Siering, Nina M. W. Queissner, Ellen Wagner und Linda Weiß an Land Geschwemmtes. Dabei materialisiert sich der Planet Erde als ein System ineinandergreifender Kreisläufe, Zyklen und Gezeiten, in denen der Mensch schon immer Teil ist. Einstmals weggeworfener Kunststoff wird durch die Strömungen der Meere in Form „artifizieller Kiesel“ als neue Fundstücke angeschwemmt. Seegras zeigt sich uns als Küstenhabitat, das im Laufe des 20. Jahrhunderts in Europa ebenfalls oft beiseite geräumt wird, um Strände „sauber“ für ordnungsliebende Blicke zu halten. In beiden Materialitäten zeichnet sich der Unsinn des Müllbegriffs ab: Weggeworfenes verschwindet nicht einfach, sondern wird nur verschoben. Kunststoff lässt sich nicht vollständig wegwerfen; Seegras ist essentiell für Menschen und mehr-als-menschliche Lebensqualität – und sollte entsprechend als vielseitige Ressource betrachtet und verarbeitet werden.

Über diese und weitere materielle Treibgüter legt sich in der Installation von touching ashore eine an Land gezogene Klanglandschaft, die menschliche Eingriffe in Meere und Küsten wie auch die Lebendigkeit vielfältiger Habitaten gleichermaßen widerhallen lässt. Die im Wasser stattfindende Industrie, wie etwa die Energiegewinnung, entzieht sich unserem Blick auf die Wasserlandschaft – aus den Augen, den Sinnen „entsorgt“. Noise Pollution jedoch dröhnt durch den wässrigen Lebensraum bis an die Ufer.

 

Für das Pop-up-Projekt im Herbst 2026 bringen Dennis Siering, Nina M. W. Queissner, Ellen Wagner und Linda Weiß ihre Funde zusammen und laden in ihr Refugium ein. Auf der modularen Liege- und Sitzlandschaft werden aktuelle politische Themen rund um das Meer sicht- und hörbar. Es geht um aquatische Lebensräume in der Übergangszone – die intertidal zone – und um den Umgang mit dem eigenen terrestrial bias (Melody Jue, Wild Blue Media, 2020). Geschichten von Seegraswiesen bis hin zu Umweltverschmutzung in den Meeren und an den Küsten sowie weitere materielle Einträge bzw. stoffliche Veränderungen im Wasserkreislauf werden im Unterwasserzelt verhandelbar.